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Festgottesdienst
Am Sonntag den 29.Mai. findet um 14.00 Uhr ein Festgottesdienst zum Orgeljubiläum statt. Anschließend wird zu einer Kaffeetafel und zu einem Festvortrag eingeladen.

Orgel-Tagesreise
Am Sonntag, den 5. Juni sind die Städte Demmin und Neustrelitz Ziele eines Tagesausflugs.
Start 9.00 Uhr ab Pfarrhaus Gützkow.
GD-Besuch in Demmin anschl.  Orgel-Führung. Nach anschließendem Mittagessen Weiterreise nach Neustrelitz. Dort Besuch der Stadtkirche mit Grünebergorgel. Nach Kaffee-Trinken Heimreise.
Kosten: 45,-€ pro Person.
Bitte bis spätestens zum 14.Mai  unter Tel.: 038353-251 anmelden, die Plätze sind begrenzt.

Geburtstags-Party
Am So., den 12.6. um 14. Uhr heißt es in der Gützkower Kirche: „Mein Ton zum 100.Orgelgeburtstag“  Zum Zuhören und Mitmachen  eingeladen sind Groß und Klein, auch im Verein, Ihren Ton mit zu bringen und vor zu stellen.

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Download

CD-Präsentation
Zur Würdigung der Orgel wird zur Zeit eine CD produziert. Darauf werden Organisten und Musiker zu hören sein, die bestens und seit langem mit unserer Orgel vertraut sind. Die CD wird am Sonntag, den 12. Juni im Anschluss an o.g. „Geburtstags-Party“ um 15.00 Uhr in einem Konzert in der Nicolai-Kirche präsentiert werden.
Im Anschluss wird zum Grillen im Pfarrgarten eingeladen.

 


Vor einhundert Jahren gebaut:

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Schon vor einhundert Jahren war sie ein bisschen Jubilarin: „Nr. 725“ war 1915 eine Jubiläumsnummer in der Stettiner Orgelbau-Anstalt B. Grüneberg. Im Mai 1916 wurde das Instrument vom damaligen pommerschen Orgelsachverständigen abgenommen und dessen Qualität und Anspruch in den höchsten Tönen gepriesen. Heute gehört die  Orgel in der Gützkower St. Nicolai Kirche zu den herausragenden Orgeln der spätromantischen Epoche in Vorpommern.


Es war im zweiten Kriegsjahr des ersten Weltkriegs, als der damalige Propst Hoppe mit der Orgelbau-Anstalt B.Grüneberg in Stettin über den Umbau der Orgel in der Gützkower Kirche verhandelte. Die Traktur der Orgel sollte modernisiert werden und ein Elektromotor sollte einen Kalkanten (jemand, der mit Muskelkraft Luft in die Orgelbälge bringt) ersetzten. All das wurde 1915 in Auftrag gegeben. Ein Jahr später war die Orgel auf dem neuesten Stand der damaligen Technik.
Besonders im nächsten Jahr, dem Jubiläumsjahr der Abnahme, will die Gützkower Kirchengemeinde das Instrument und dessen Bedeutung würdigen. Geplant sind neben Konzerten ein Seminar, Vorträge, CD-Einspielungen. Schon jetzt laufen die Planungen dafür.


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Briefkopf der Fa Grüneberg 16. 4.1915. Anhang des Anschreibens mit Kostenanschlag

Die historische Buchholz- Sauer- Grüneberg Orgel
in der Kirche St. Nicolai zu Gützkow                             

 

In der Nicolaikirche zu Gützkow befindet sich ein Orgelwerk, welches in seinem Grundbestand auf ein Instrument von Carl August Buchholz zurückgeht (1831), 1883 von Wilhelm Sauer / Frankfurt/ Oder erweitert und 1915 von der Werkstatt Barnim Grüneberg grundlegend technisch umgebaut wurde.
Von der ursprünglichen Buchholzorgel sind noch 11 Register, und von Wilhelm Sauer noch 5 Register in Form von historischem Pfeifenbestand erhalten.

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1. Carl August Buchholz 1831
14 Register, 2 Manuale (mechanische Schleiflade, Gehäuse: fünfteiliger neugotischer Prospekt mit Wimpergbekrönungen erhalten)

2. Wilhelm Sauer 1883
19 Register, 2 Manuale (Erweiterung und Umbau der Orgel- mechan. Schleiflade sowie Einbau von pneumatischen Kegelladen im II. Manual; Verlegung nach Westen
in die Turmnische)

3. Werkstatt Barnim Grüneberg 1915 (Opus 725)

23 Register, 2 Manuale (Erweiterung, Umbau der Traktur: durchgängig pneumatische Kegelladen)


Die Umgestaltung der Orgel durch Wilhelm Sauer im Jahr 1883 forderte neben einigen technischen Vorteilen (leichtere Spielweise durch pneumatische Traktur im Schwellwerk) auch einen Tribut: die Orgel wurde in die Nische des Westturms zurück versetzt mit dem Ziel, die Empore zu vergrößern und somit mehr Raum für das gemeinsame Musizieren mit Chören zu gewinnen. Diese Veränderung war mit akustischen Nachteilen für die Orgel verbunden. Außerdem hatte die Orgel kein allseitig umschließendes Orgelgehäuse mehr (Klangabstrahlung nach hinten).
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Im Jahr 1915 baute die Werkstatt B. Grüneberg die Orgel unter Verwendung von vorhandenem Pfeifenmaterial und des Gehäuses um. Das Instrument wurde hinsichtlich seiner Windladen neu gefertigt (pneumatische Kegelladen); es wurde jedoch an seinem Standort belassen. Der Spieltisch wurde neu gebaut und frei stehend links an der linken Emporenbrüstung aufgestellt.
Die von Buchholz übernommenen, originalen Zinnpfeifen mussten 1917 abgeliefert werden und wurden von Grüneberg 1917 mit Zinkpfeifen ersetzt.
 

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Defekte Kondukten

Orgel „vor der Restaurierung 1998- 2001“ (Aufnahme von 1994) bzw. von der Aufstellung im Turmraum mit frei stehendem Spieltisch

 


Im Jahr 1965 veränderte die Rochlitzer Orgelbaufirma Schmeißer die Orgel hinsichtlich einer Verbesserung der akustischen Möglichkeiten (Klangaufhellung).
So wurden im Schwellwerk 4 alte Register (Flauto dolce 4`, Aeoline 8`, Fugara 4`,
Voix celeste 8`) entfernt und durch die Register Gedackt 4`, Principal 4`, Octave 2`, und Quinte 1 1/3 ersetzt. Die Schwelljalousien wurden heraus genommen. Weiterhin wurde die
Trompete 8` vom Hauptwerk in das Pedal (anstelle des Cello 8`) versetzt.

Ende der 90-iger Jahre befand sich das Instrument in einem kaum spielfähigen Zustand, so dass eine umfassende Sanierung notwendig wurde.
Die Orgelbaufirma Sauer / Müllrose führte die Restauration von 1998- 2001 in
5 Bauabschnitten durch.
Eine wichtige Entscheidung stellten die Absenkung der Orgelempore um 50 cm (Wiedereinbau des Jalousieschwellers) sowie die Rückführung der Orgel an ihren alten Platz mit der Möglichkeit einer optimalen Klangabstrahlung in den Kirchenraum dar.
Der Spieltisch wurde gedreht und mittig vor dem Gehäuse aufgestellt.
Der Zinkprospekt von 1917 wurde belassen und überarbeitet.
Die alte Windanlage konnte auf Grund ihrer guten Substanz übernommen werden.
Die ursprüngliche Disposition der Werkstatt B. Grüneberg von 1915 wurde wieder hergestellt (siehe untere Darstellung der Disposition vor und nach der Restaurierung). Dabei erwies es sich als günstig, dass sich in der Orgel noch einige Pfeifen der Grüneberg- Register
Aeoline 8`und Cello 8` (liegend) befanden. Weiteres originales Pfeifenmaterial von Grüneberg konnte von der Ev. Kirchengemeinde Ahrenshagen- Pantlitz/ Vorpommern käuflich erworben werden.
 

Disposition

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Abb. Restaurierungsbericht der Firma Sauer/ Müllrose 2001, S.2

 

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Spieltisch nach der Restaurierung

restaurierter Rollschweller


Mit heute 22 Registern und einer Reihe für die Ästhetik der Spätromantik wichtiger Spielhilfen ist die Gützkower Orgel eine der interessantesten Orgeln jener Zeitepoche.

Nach Zerstörung vieler Instrumente zuzeiten des letzten Weltkrieges ist sie eine der größten, weitgehend unversehrten Werke der Stettiner Firma Barnim Grüneberg im vorpommerschen Gebiet.

Mit der großzügigen Hilfe von Privatspenden, Zuwendungen der Landeskirche, öffentlichen Geldern und nicht zuletzt durch den Einsatz der Kirchgemeinde war es möglich, das wertvolle Instrument für die Nachwelt zu erhalten.

In jedem Jahr machen sich namhafte Organisten aus der näheren Umgebung, aus Deutschland und auch Europa auf den Weg in die vorpommersche Kleinstadt Gützkow, um die historische Grüneberg- Orgel kennen zu lernen und mit ihren Konzerten die kleine Hörergemeinde von Gützkow und den umliegenden Gemeinden zu erfreuen.

Text: Katharina Kühne-Schnittler, Kirchenmusikerin an St. Nicolai Gützkow, 2011

Quellen:

  • Restaurationsbericht der Orgelbaufirma Sauer/Müllrose, 2001
  • Kostenangebote der Orgelbaufirma Sauer/ Müllrose, 1998/ 1999
  • Bericht der Orgelabnahme von Martin Rost (ehemaliger Orgelsachverständiger der Landeskirche), 2001
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